Verwurzelt in der Geschichte der deutschen und der
internationalen Arbeiterbewegung, der Friedensbewegung und dem
Antifaschismus verpflichtet, den Gewerkschaften und neuen sozialen
Bewegungen nahe stehend, schöpfend aus dem Feminismus und der
Ökologiebewegung, verbinden sich ihre Identität erweiternd demokratische
Sozialistinnen und Sozialisten und Mitglieder der Wahlalternative Arbeit
und soziale Gerechtigkeit zu der neuen Partei DIE LINKE. mit dem Ziel,
die Kräfte im Ringen um menschenwürdige Arbeit und soziale
Gerechtigkeit, Frieden und Nachhaltigkeit in der Entwicklung zu stärken.
DIE LINKE. strebt die Entwicklung einer solidarischen Gesellschaft an,
in der die Freiheit eines jeden Bedingung für die Freiheit aller ist.
Die neue LINKE ist plural und offen für jede und jeden, die oder der
gleiche Ziele mit demokratischen Mitteln erreichen will.
Wir treten dafür ein, den Grundrechten des Grundgesetzes, die sich
ähnlich in allen demokratischen Verfassungen und in den demokratischen
Bewegungen dieser Welt finden lassen, zur umfassenden Geltung zu
verhelfen. Die Verwirklichung des demokratischen und sozialen
Bundesstaates ist dabei unsere oberste Zielsetzung. Die Herrschaft des
Menschen über den Menschen wollen wir aufheben. Alle Strukturen sollen
demokratisch organisiert sein. Unser Ziel ist eine "freie, solidarische
Gesellschaft freier Menschen - ausnahmslos"! Jede Form des Zwanges, der
Nötigung, der Repressionen, der Willkür und der Diskriminierung wollen
wir beseitigen.
Auch 20 Jahre nach dem Fall der Mauer und 19 Jahre nach dem Beitritt der
DDR zur Bundesrepublik Deutschland sind viele Unterschiede zwischen Ost
und West geblieben. Doch es entwickelt sich. Ein Indikator: Das
Ost-West-Gefälle der LINKEN wird flacher.
Die Partei hat heute rund 76 500 Mitglieder, davon 39 500 im Osten, 27
500 im Westen und 9500 in der Ost-West-Stadt Berlin. Sie sitzt in allen
ostdeutschen Landesparlamenten und nun auch in sechs der zehn
westdeutschen Landesparlamente. Sie hat rund 6000 kommunale Abgeordnete,
davon 4800 im Osten, 1100 im Westen und 100 in Berlin.
Die Bundestagswahl vom 27. September 2009 bestätigt diesen Trend. Bei
der Wahl 2005 gab es 27 Wahlkreise im Osten mit einem Zweitstimmenanteil
der LINKEN über 25 Prozent, jetzt sind es 41 (von 51, ohne Berlin). Im
Westen gab es 2005 nur 8 Wahlkreise über 8 Prozent, jetzt sind es 109
(von 236). Die Zahl der Wahlkreise unter 5 Prozent ist von 153 (2005)
auf 8 (2009) geschrumpft. ND zeigt die Hochburgen:
Der Weg zur gesamtdeutschen Linken
erzählt auch meinen Weg vom Sprecher der WASG bis zum Sprecher der
Partei DIE LINKE.
2004: Als Reaktion auf die mit
sozialen Einschnitten verbundene Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard
Schröder gründet sich im Westen der Verein Wahlalternative Arbeit und
Soziale Gerechtigkeit (WASG). In der WASG sammeln sich
Gewerkschaftsvertreter, frustrierte SPD-Mitglieder und Menschen, die z.T.
erstmals einer Partei beitreten.
2004: Der ehemalige SPD-Chef
Oskar Lafontaine zeigt offen seine Sympathien für die Protestbewegung.
Im Osten organisiert die PDS, damals nur mit zwei direkt gewählten
Abgeordneten im Bundestag vertreten, den Protest gegen Schröders
Reformen.
28. Oktober 2004: Die WASG
gründet den Kreisverband Gelsenkirchen. Die beiden Sprecher damals Ralf Herrmann und Ralph Geiling.
22. Januar 2005: Die WASG gründet
sich in Göttingen offiziell als Partei.
25. Februar 2005: Die WASG
gründet den offiziellen Kreisverband Gelsenkirchen - nun als Partei. Die
Sprecher wie zuvor Ralf Herrmann und Ralph Geiling.
22. Mai 2005: Die WASG-NRW
kandidiert bei den Landtagswahlen und erreicht 2,2 % der Stimmen.
Gelsenkirchen erreicht an diesem Tag 2,95 %. Die Kandidaten für
Gelsenkirchen: Ralf Herrmann - Wahlkreis 75 erreichte 3,40
Prozent und Ralph Geiling - Wahlkreis 74 erreichte 2,60 Prozent der
Stimmen. Ein wahnsinns Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Partei zu
diesem Zeitpunkt gerade erst 4 Monate alt war. Am Wahlabend verkündet
Schröder Neuwahlen zum Deutschen Bundestag.
30. Mai 2005: Als Konsequenz der
von Schröder angekündigten vorgezogenen Bundestagswahl treffen sich
erstmals Vertreter von PDS und WASG. Dabei wird eine mögliche
Kooperation bei der Wahl ausgelotet, eine gemeinsame Linkspartei strebt
die PDS zunächst aber nicht an.
10. Juni 2005: Nach schwierigen
Verhandlungen einigen sich PDS und WASG auf einen gemeinsamen Antritt
bei der Bundestagswahl. Die Kandidaten der WASG sollen auf den Listen
der PDS antreten. Der im Mai aus der SPD ausgetretene Lafontaine erklärt
sich neben Gregor Gysi zur Spitzenkandidatur bereit.
17. Juli 2005: Die PDS nennt sich
auf einem Sonderparteitag in Linkspartei um. Den neuen Namen hatte die
WASG zur Bedingung für die gemeinsame Kandidatur bei der Bundestagswahl
gemacht.
18. September 2005: Bei der
Bundestagswahl erringt das Linksbündnis 8,7 Prozent der Stimmen und hat
damit den mit Abstand größten Zuwachs aller Parteien. Der Erfolg wird
vor allem durch den Osten getragen, wo die Linke 25,3 Prozent der
Stimmen holt. Im Westen bekommt sie nur 4,9 Prozent. In Gelsenkirchen
lautet das Ergebnis 6,8 % bei den Erststimmen und 7,9 % bei den
Zweitstimmen. Vom Ergebnis her das Beste in ganz NRW!
11. Dezember 2005: Die
Linkspartei stellt auf ihrem Dresdener Parteitag die Weichen für den
Zusammenschluss mit der WASG. In dem verabschiedeten Leitantrag wird der
WASG ein fairer, solidarischer Einigungsprozess in Aussicht gestellt.
2. April 2006: Bei einer
Urabstimmung der Bundespartei votieren 78,3 Prozent aller teilnehmenden
WASG-Mitglieder für ein Zusammengehen mit der Linkspartei.
29. April 2006: Auch der
WASG-Bundesparteitag in Ludwigshafen votiert nach kontroverser Debatte
für die Fusion.
25. März 2007: Linkspartei und
WASG beschließen nach mehr als einjähriger Planung ihre Fusion. Auf
einem Doppelparteitag in Dortmund votieren 96,9 Prozent der Delegierten
der ehemaligen PDS und 87,7 Prozent der WASG-Delegierten für den
Verschmelzungsvertrag.
13. Mai 2007: Bei der Bremen-Wahl
kommt die Linkspartei auf 8,4 Prozent der Stimmen und zieht mit sieben
Abgeordneten in die Bürgerschaft ein. Es ist das erste Mal, dass die
Linke in ein westdeutsches Landesparlament einzieht.
19. Mai 2007: Die Ende März
eingeleiteten Urabstimmungen ergeben ein klares Votum für die
Parteienehe. Bei der Linkspartei stimmen 96,9 Prozent für den
Zusammenschluss, bei der WASG 83,9 Prozent. Offiziell vollzogen werden
soll die Fusion mit dem Gründungsparteitag am 16. Juni.
16. Juni 2007: Mit nur einer
Gegenstimme beschließen die Delegierten auf dem Gründungskongress in
Berlin offiziell die Verschmelzung von WASG und Linkspartei zur neuen
Partei DIE LINKE.
6./7. August 2007:
Meinungsforschungsinstitute sehen DIE LINKE. NRW mit 6 % bzw. 8 % im
Landtag. Die Wahl findet im Mai 2010 statt. Für den Bundestag errechnen
die Institute ein Ergebnis von 13 %.
01. September 2007:
Gründungsversammlung DIE LINKE. Kreisverband Gelsenkirchen.
20./21. Oktober 2007:
Gründungsversammlung DIE LINKE. NRW in Gladbeck. DIE LINKE. NRW hatte
derzeit 5.200 Mitglieder.
Der erste Gelsenkirchener Vorstand setzte sich wie
folgt zusammen:
Sprecher:
Marion Strohmeier & Ralf Herrmann
Schatzmeisterin:
Kerstin Becker
Schriftführer:
Franz Schart
Beisitzerinnen:
Elvira Bennen, Marina Göttert, Sevgi Güngör, Kerstin
Strauß, Gaby Wieczorrek
Beisitzer:
Reinhold Adam, Thomas Grohé, Knut Massmann, Karl Heinz
Strohmeier